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▄ber

In meinem kleinen Heimatdorf kennt Jeder Jeden. Das ist Fluch und Segen. Früher war alles besser. Damals lernten die Jungen von den Alten. Im Zuge der immer schneller fortschreitenden Imformationstechnologie lernen die Alten widerwillig von den Jungen. Das Dorf befindet sich in einem Wandel.

Ich möchte auf satirische Weise diesen Wandel kommentieren. Manchmal sind Rückblicke nötig um aktuelle Dinge verstehen zu können

Es geht auch nicht immer nur um das Dorf und seine Einwohner. Politik und aktuelles Weltgeschehen werden bei den Einwohner natürlich auch diskutiert.

Alter: 41
 

Mehr Řber mich...

Als ich noch jung war...:
...war ich kaum zu b├â┬Ąndigen

Wenn ich mal gro▀ bin...:
..will ich Feuerwehrmann werden. Hat ja auch geklappt.

In der Woche...:
... nach dem Schmutzigen Donnerstag geht die Post ab.

Ich wŘnsche mir...:
...einen weiteren Titel für den VfB Stuttgart
... dass ich meine Traumfrau finde
... den Weltfrieden
Das wird schwer. Sind ja schlie├â┬člich W├â┬╝nsche

Ich glaube...:
an intellegentes Leben im All. Irgendwo muss es das ja geben.

Ich liebe...:
... viele einfache Sachen. Ein gem├â┬╝tlicher Abend mit Freunden, ein gutes Steak, ein k├â┬╝hles Bier, mein Sofa, Spontanit├â┬Ąt und verr├â┬╝ckte Sachen.

Man erkennt mich an...:
... st├â┬Ąndigem (schwarzen) Humor, Ironie und Sarkasmus. Manchmal nerve ich damit. Ich werde wohl damit Leben m├â┬╝ssen.

Ich grŘ▀e...:
...verschieden frühere Lehrer (aus dir wird nie was), und Alle, die an mich geglaubt haben. Auch wenns schwer fiel.



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Blog

der gepflegte Umtrunk

Mit nur einer Dorfschenke auf 6000 Einwohner ist die Kneipensituation in Groß- Spätzlesdorf sehr überschaubar.

Da bleibt es nicht aus, dass alle Jahrgänge, alle Glaubensrichtungen und alle Gesinnungen aufeinander treffen.

So sitzen Bauern- entschuldigung- Landwirte neben Doktoren und Ingenieuren. Spotler sitzen neben Feuerwehrleuten und Muslime neben dem Diakon von unserem Ort. Lebhafte Diskussionen sind daher an der Tagesordnung.

Besonders Lustig wird es, wenn Samstags die Bundeslige auf dem Bezahlsender läuft, den der Wirt, trotzt der enorm hohen Kosten gebucht hat.

So unterschiedlich die Ansichten der Gäste sind, so unterschiedlich sind sie auch bei der Wahl ihres Fußballvereins.

Um die wiederkehrende Diskussion, welches Spiel man jetzt anschaut, zu unterbinden, haben die Stammgäste ( gemessen am Umsatz. Nicht an der Anwesendheitsdauer) beschlossen, dass immer die Konferenz geschaut wird. Zweimal pro Saison gibt es jedoch eine Ausnahme- Wenn Bayern gegen den VfB spielt. Und auch diese Regelung ist nicht jedem Recht. „Ich hätte jetzt aber lieber den BvB gegen Schalke angeschaut.“

Einstimmiger Tenor der anderen Gäste: „Das interresiert kein Schwein. Entweder gugsch oder gohsch (anschauen oder gehen)“.

An Fasching, am schmutzigen Donnerstag, platzt die Dorfschenke für etwa zwölf Stunden aus allen Nähten. Zu Stoßzeiten befinden sich rund 150 Leute in den Gasträumen. Die Musikanlage dreht im roten Bereich und die Stimmung ist ausgelassen ausgelassen. Der Pro- Kopfverbrauch an Alkohol ist so hoch, dass davon weitere 300 Leute schwerwiegende Leberschäden davontragen könnten.

Trotzdem gibt es in der Kneipe in meinem kleinen Heimatdorf maximal zwei Schlägereien im Jahr. Ja, wir Dorfbewohner haben uns im Griff. Alle Gäste in der Wirtschaft helfen mit, den Streit zu schlichten. Beziehungsweise wird man aus dem Lokal geworfen um im Freien weiter zu schlägern. Da geht es den Wirt nichts mehr an. Soll sich die Polizei darum kümmern oder hören sie von alleine auf.

Wer nicht in die Kneipe möchte, kann in die angrenzende Stadt gehen. Da gibt es für jeden Geschmack die richtige Bar. Das dumme dabei ist nur der öffentliche Nahverkehr. Anders als in der Großstadt fährt hier nicht alle paar Minuten ein Bus oder die Straßenbahn. Die gibt es nämlich nicht. Der Bus fährt etwa einmal die Stunde. Am Wochenende deutlich weniger. Der letzte Bus fährt Samstagabends um 22.30 Uhr aus der Stadt in mein Heimatdorf. Taxis sind teuer.

Wer mit dem Bus dann doch nach Spätzlesbach fährt, und noch nicht genug hat, landet wieder in der Dorfschenke. Ein Teufelskreis.

Es gibt private Partyräume mit unregelmäßigen Öffnungszeiten. Es gibt auch Vereinsheime. Die sind aber wieder fast nur den Vereinsmitgliedern zugänglich. Da in der Dorfschenke geraucht werden darf, haben Personen unter 18 Jahren keinen Zutritt. Die Jugendlichen saufen dann unter entsprechender Lärmentwicklung in der Öffentlichkeit. Schließlich hat der örtliche Jugendraum auch nur sporadisch geöffnet und Alkohol ist dort auch verboten.

Schön, wenn einer der Teenager sturmfrei hat und seine Kumpels einladen kann. Schade, wenn das nur einmal passiert, da die Wohnung oft anschließend renoviert werden muss.

Wer jetzt der Ansicht ist, das könnte doch mein kleines Heimatdorf sein, dem sei geasgt, Spätzlesbach ist und bleibt fiktiv. Ähnlichkeiten mit vorhanden Orten sind wahrscheinlich zufällig.

26.5.14 14:57


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Nachrichten

Zur Informationsgewinnung gibt es in meinem kleinen Heimatdorf das Fernsehen, das Radio, Zeitungen, sowie schnelles Internet und lahmes Internet. Es ist ja nicht so, das Spätzlesdorf von der Außenwelt isoliert lebt.

Für die Ortsinternen Nachrichten gibt es ein wöchentlich erscheinendes Mitteilungblatt in dem sich die Gemeindeverwaltung, die Kirchen und Vereine, wie auch die Schulen austoben dürfen. Dieses Blättchen gibt es nicht umsonst. Wer es nicht abonniert hat, muss sich durchfragen oder dumm sterben.

Es gibt auch Nachrichten, die für manche Bewohner erheblich wichtiger sind. Diese Nachrichten werden aber nur intern und unter vorgehaltener Hand weitergeleitet- der Dorftratsch.

Sie wissen schon, wer bekommt ein Kind und weiß ihr Mann davon? Ist die Frau überhaupt verheiratet oder wächst das Kind dann barbarisch auf? Wer muss sein Haus verkaufen und wer hat einen Unfall gebaut?

Um solche Informationen zu erhalten reden die Spätzlesbacher am Gartenzaun mit dem Nachbarn. Sie gewinnen die Informationen beim Metzger oder anderen Geschäften und natürlich bei der Grabpflege auf dem Friedhof. Da hört niemand zu.

Es kann manchmal Tage dauern bis wichtiges Getratsche die Runde gemacht hat. Der Wahrheitsgehalt dieser Nachrichten wird selbstverständlich nicht überprüft. Deswegen gibt es in meinem kleinen Heimatdorf immer wieder mal ein Wunder. Querschnittsgelähmte können plötzlich wieder gehen. Tote sind auferstanden (und das nicht nur zu Ostern).

Und die kleine blonde Frau, die erst seit einem Jahr in Spätzlesbach wohnt und alle Männer ansext hat wohl abgetrieben. Dabei war sie von acht verschiedenen Männern bereits im siebten, im achten und im neunten Monat schwanger.

Das hier Fehler in der Nachrichtenübermittlung oder einfach viel Interpretationsfreiräume im Spiel waren, würde keiner zugeben. „Mir wurde das genauso erzählt.“

Die Jüngeren im Ort sind da etwas genauer. Dank Fotohandys und sozialen Netzwerken werden von einem Unfall nicht nur nackte Informationen verbreitet. Bilder oder Filme bestätigen die Aussage dabei und im Gruppenchat der Netzwerke wird dann soviel hin und hergeschrieben, dass man dem Wahrheitsgehalt ziemlich nahe kommt.

Konnte man früher durch entsprechende Alibis und geschickter Windung aus der Gerüchteküche entkommen, so hat man heute fast keine Chance mehr. Zu erdrückend ist die Beweislast.

Dabei bleiben die Jüngeren aber nicht nur unter sich. Jeder ist dabei. Wenn sich der Hubers Georg mit seinen 78 Jahren in seiner Weißweinglückseligkeit auf dem Heimweg von einem Gartenfest mit den Vorderzähnen in einem Gully verfängt, ist das Video davon nach drei Minuten online. Drei weitere Minuten später hat es die Runde in den entsprechenden Gruppen gemacht. Spätestens am nächsten Tag zwischen Frühmesse und Mittagessen hat es jeder gesehen. Auch der Pfarrer und der Hubers Georg.

Dabei freuen sich die Jungen, dass es auch die Älterne erwischt.

Sollte es in deinem kleinen Heimatdorf auch so zugehen, so sei dir versichert- Spätzlesbach ist fiktiv. Ähnlichkeiten mit vorhanden Orten eher unvbeabsichtigt.

26.5.14 15:01


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