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der gepflegte Umtrunk

Mit nur einer Dorfschenke auf 6000 Einwohner ist die Kneipensituation in Groß- Spätzlesdorf sehr überschaubar.

Da bleibt es nicht aus, dass alle Jahrgänge, alle Glaubensrichtungen und alle Gesinnungen aufeinander treffen.

So sitzen Bauern- entschuldigung- Landwirte neben Doktoren und Ingenieuren. Spotler sitzen neben Feuerwehrleuten und Muslime neben dem Diakon von unserem Ort. Lebhafte Diskussionen sind daher an der Tagesordnung.

Besonders Lustig wird es, wenn Samstags die Bundeslige auf dem Bezahlsender läuft, den der Wirt, trotzt der enorm hohen Kosten gebucht hat.

So unterschiedlich die Ansichten der Gäste sind, so unterschiedlich sind sie auch bei der Wahl ihres Fußballvereins.

Um die wiederkehrende Diskussion, welches Spiel man jetzt anschaut, zu unterbinden, haben die Stammgäste ( gemessen am Umsatz. Nicht an der Anwesendheitsdauer) beschlossen, dass immer die Konferenz geschaut wird. Zweimal pro Saison gibt es jedoch eine Ausnahme- Wenn Bayern gegen den VfB spielt. Und auch diese Regelung ist nicht jedem Recht. „Ich hätte jetzt aber lieber den BvB gegen Schalke angeschaut.“

Einstimmiger Tenor der anderen Gäste: „Das interresiert kein Schwein. Entweder gugsch oder gohsch (anschauen oder gehen)“.

An Fasching, am schmutzigen Donnerstag, platzt die Dorfschenke für etwa zwölf Stunden aus allen Nähten. Zu Stoßzeiten befinden sich rund 150 Leute in den Gasträumen. Die Musikanlage dreht im roten Bereich und die Stimmung ist ausgelassen ausgelassen. Der Pro- Kopfverbrauch an Alkohol ist so hoch, dass davon weitere 300 Leute schwerwiegende Leberschäden davontragen könnten.

Trotzdem gibt es in der Kneipe in meinem kleinen Heimatdorf maximal zwei Schlägereien im Jahr. Ja, wir Dorfbewohner haben uns im Griff. Alle Gäste in der Wirtschaft helfen mit, den Streit zu schlichten. Beziehungsweise wird man aus dem Lokal geworfen um im Freien weiter zu schlägern. Da geht es den Wirt nichts mehr an. Soll sich die Polizei darum kümmern oder hören sie von alleine auf.

Wer nicht in die Kneipe möchte, kann in die angrenzende Stadt gehen. Da gibt es für jeden Geschmack die richtige Bar. Das dumme dabei ist nur der öffentliche Nahverkehr. Anders als in der Großstadt fährt hier nicht alle paar Minuten ein Bus oder die Straßenbahn. Die gibt es nämlich nicht. Der Bus fährt etwa einmal die Stunde. Am Wochenende deutlich weniger. Der letzte Bus fährt Samstagabends um 22.30 Uhr aus der Stadt in mein Heimatdorf. Taxis sind teuer.

Wer mit dem Bus dann doch nach Spätzlesbach fährt, und noch nicht genug hat, landet wieder in der Dorfschenke. Ein Teufelskreis.

Es gibt private Partyräume mit unregelmäßigen Öffnungszeiten. Es gibt auch Vereinsheime. Die sind aber wieder fast nur den Vereinsmitgliedern zugänglich. Da in der Dorfschenke geraucht werden darf, haben Personen unter 18 Jahren keinen Zutritt. Die Jugendlichen saufen dann unter entsprechender Lärmentwicklung in der Öffentlichkeit. Schließlich hat der örtliche Jugendraum auch nur sporadisch geöffnet und Alkohol ist dort auch verboten.

Schön, wenn einer der Teenager sturmfrei hat und seine Kumpels einladen kann. Schade, wenn das nur einmal passiert, da die Wohnung oft anschließend renoviert werden muss.

Wer jetzt der Ansicht ist, das könnte doch mein kleines Heimatdorf sein, dem sei geasgt, Spätzlesbach ist und bleibt fiktiv. Ähnlichkeiten mit vorhanden Orten sind wahrscheinlich zufällig.

26.5.14 14:57
 
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